Straßenbahn in Frankreich - Paris, TramExpress T11



2017 wurde in Paris die erste "Tram Express"-Linie eröffnet, betrieben von Transkeo, einer Tochterfirma der SNCF. Sie wird in den französischen Medien teilweise als „Tram-Train“ bezeichnet, ist aber eine klassische Light-Rail-Vorortbahn. Im Zuge des Projektes „Grand Paris“, des großen Infrastrukturprojekts im Bereich der Vororte, sollen etwa 200 Kilometer neue Metrolinien entstehen; flankierend ist der Bau von weiteren Tangenten vorgesehen. Die T11 ist das erste Teilstück der „Tangentielle Nord“, hier wurden zwei Gleise entlang des bestehenden Eisenbahnringes „Grand Ceinture“ verlegt. Die T11 nutzt dabei keine bestehenden Infrastrukturen, gefahren wird trotzdem links. Die Bahnhöfe sind einfach gehalten, Bahnsteigüberdachungen fehlen oft. Die Fahrzeuge - Citadis Dualis - sind für Kurzstrecken ausgelegt, ohne WC.

Grund für die Wahl dieses Betriebsmittels war die Kostenersparnis: Die Strecke muss nicht nach Vollbahnnormalien errichtet werden (Brücken, Lichtraumprofil); mit den neuen "Tram-Train"-Linien wurden aber auch neue Gehaltskategorien geschaffen. Tram-Train-Fahrer sind keine Lokführer, die Mitarbeiter haben nicht den Status von Eisenbahnern und damit nicht die sozialen Vorteile wie spezielle Krankenversicherung oder Beschäftigungsgarantie. Darüber hinaus sollen die Fahrer auch für andere Aufgaben wie die Fahrgastinformation oder im Verkauf eingesetzt werden - die Flexibilität der Tram-Trains betrifft also in erster Linie die Mitarbeiter und weniger die "Hardware". Sie werden sich daran gewöhnen müssen: Die SNCF Transilien als Betreiber möchte dieses Modell bei den künftigen Neubaulinien im Pariser Großraum weiterentwickeln.



Alle Viennaslide-Fotos der Linie T11

Weiterführender Artikel (PDF): Tram Trains in Frankreich


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Letzte Änderung: 5.12.2017