Zeppeline und Luftschiffe



Die Geschichte eines grandiosen Traums

Es war der Traum eines Mannes, mit riesigen Schiffen in die Luft zu steigen und die Welt zu erfahren - Die Vision des Grafen vom lenkbaren Luftschiff begeisterte eine Generation, und ein letztes Mal wurde der Himmel in einer Weise bereist, die den Weg wichtiger machte als das Ziel. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert erhob sich erstmals ein filigranes Kunstwerk über den Bodensee, getragen weniger vom Wasserstoff als von den gemeinsamen Träumen einer technikbegeisterten Generation.


Graf Zeppelin

Es waren erste Schritte in eine Zeit, in der eine neue Religion den Glauben der Menschen erobert: die Technik versprach nun die Erlösung von bisherigen Beschränkungen, und Ingenieure wie Graf Zeppelin wurden verehrt wie neue Götter. Er war es, der mit unermüdlichem Eifer an der Verwirklichung seiner Vision arbeitete, und doch blieb es seinem Nachfolger Dr. Hugo Eckener vorbehalten, den Traum wahr zu machen: den Ozeandampfer der Lüfte als friedlicher Botschafter zwischen den Völkern - und als absoluter Höhepunkt der Reisekultur.





Die Anfänge der großen Idee

Wege und Irrwege

"Den Gegenstand der vorliegenden Entwicklung bildet ein lenkbarer Luftzug, der aus mehreren beweglich miteinander verbundenen Fahrzeugen besteht..." - Mit der Idee eines Eisenbahnzuges für den Luftverkehr beginnt Graf Zeppelin mit der Entwicklung seiner Luftschiffe. Auch wenn ein solches Gelenkfahrzeug wohl kaum fliegbar gewesen wäre, beschreibt das Konzept bereits die Grundelemente der späteren Baumuster: Ein starres Aluminiumgerüst, darin die Traggaszellen, darunter angeordnet die Gondeln und die Motoren. Des Grafen Visionen wurden anfangs nicht wirklich ernst genommen, wohl auch wegen seiner Besessenheit, mit der er die Idee allen möglichen Gesprächspartnern nahebrachte.


Zeppelin

Erst mehr als 20 Jahre nach den ersten Denkschriften konnte mit Kapital einiger Industrieller die "Gesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt" gegründet und ein erstes Schiff gebaut werden. Am Abend des 2.7.1900 wurde der Traum wahr: LZ1 stieg über den Bodensee in den Himmel. Trotz seiner riesenhaften Größe war das Schiff von ungeheurer Zartheit, das Gerüst im Inneren ein Meisterstück filigraner Handarbeit. Zwei weitere Fahrten gab es - dann war sowohl der Gasvorrat als auch das Kapital erschöpft. Von der Fachwelt wurden diese ersten Erfolge vernichtend kommentiert.


Zeppelin LZ6 Zeppelin LZ1 Zeppelin LZ1

Kaum geboren schien die Idee dem Untergang geweiht. Aufrufe zur Unterstützung brachten vorerst keine Ergebnisse, erst eine Erbschaft seiner Ehefrau, das verbissene Festhalten Zeppelins an seinem Luftschiffprojekt sowie die Zusage von teils kostenlosen Materiallieferungen ermöglichten einige Jahre später einen Neubeginn. Der verlief allerdings erneut glücklos: trotz verbesserter Konstruktion endeten die beiden Aufstiege tragisch. 1906 wurde das neue Schiff "LZ2" abgetrieben und musste im Allgäu notlanden. Graf Zeppelin ließ es abwracken - aber er gab auch diesmal nicht auf.





Der Geist in der Maschine

Wagemut und Fortschrittsglaube

Mit aus heutiger Sicht unfassbarem Enthusiasmus und Durchhaltewillen arbeitete der Graf an seinem Traum weiter, das dritte Schiff brachte endlich Anerkennung und die dringend nötige finanzielle Unterstützung durch das Reich - aber schon das nächste scheiterte bei der geforderten 24-Stunden-Fahrt. Graf Zeppelin sah sein Lebenswerk vernichtet, aber diesmal war es das fast fanatisch patriotische deutsche Volk, das den mittlerweile berühmten Grafen mit Geldspenden geradezu überhäufte. Nun wurden immer neue Luftschiffe konstruiert, aber noch waren sie zu wenig zuverlässig - Abstürze waren an der Tagesordnung, der geplante regelmäßige Linienverkehr konnte nie verwirklicht werden, und für das Militär war Tragfähigkeit und Geschwindigkeit zu gering.



Zeppelin Zeppelin Zeppelin

Nach diesen ersten, überaus turbulenten 10 Jahren begann man endlich mit Maßnahmen, die dem Fahrbetrieb eine professionelle Basis geben sollte. Das zuvor gefährlich schlecht ausgebildete Flugpersonal wurde geschult, Wetterdienste eingerichtet, die Luftschiffhallen besser ausgerüstet. Neue Motoren wurden konstruiert: Wilhelm Maybach wird technischer Berater der Tochterfirma des Zeppelinkonzerns, und wie viele Begriffe aus der Welt der Luftschiffe wurde auch dieser Name zur Legende: noch heute steht "Maybach" für Automobile höchster Qualität.



Zeppelin Zeppelin Zeppelin

Nun stellte sich endlich zuverlässiger Erfolg ein: Schiffe wie die Schwaben, die Viktoria Luise, die Hansa oder Sachsen wurden Symbole der überlegenen deutschen Technik. Die Schiffe wurden größer, stabiler, verläßlicher. Wie so oft war auch diesmal der Krieg die treibende Kraft hinter dem Fortschritt: Im ersten Weltkrieg wurden erstmals Luftschlachten geführt, und wenn die Zerstörungen durch Zeppelinbomben auch eher gering waren, die psychologische Wirkung der Riesenzigarren am Himmel blieb nicht aus. Die damals vorhandenen 96 Luftschiffe flogen insgesamt etwa 5000 Kriegseinsätze; ein Großteil davon, 72 Schiffe, ging allerdings verloren.





Der Traum wird wahr

Luftschiffe über der Welt

Nach dem Krieg sieht es für die deutsche Luftschiffahrt erneut schlecht aus. 1917 war Graf Zeppelin gestorben; die Siegermächte zwingen Deutschland zu Reparationszahlungen, der Luftschiffbau wird weitgehend eingestellt. Noch vorhandene Schiffe müssen ausgeliefert werden: Die "Nordstern" und die "Bodensee" verlassen Deutschland. Die Entente verhängt über Deutschland ein Verbot, große Zeppeline zu bauen. In dieser Situation schlägt die Stunde von Zeppelins genialen Mitarbeiter Dr. Eckener. Er überzeugt die Politiker, statt der geforderten Geldsummen ein Großluftschiff an die USA zu liefern, was auch von den Siegermächten akzeptiert wird. Mit der "LZ126" steigt der Phönix erneut aus der Asche - und begeistert die Amerikaner.



Zeppelin LZ126 Zeppelin LZ126 Zeppelin LZ126

Dr. Eckener war eine charismatische Persönlichkeit, ein liberaler Weltbürger in scharfer Oppositon zum später aufkommenden Nationalsozialismus. Er studierte unter anderem Philosophie, Psychologie und Nationalökonomie, wurde dann Journalist und Schriftsteller, bis er nach einem kritischen Artikel über Zeppelins ersten Probeflug von diesem in seiner Wohnung aufgesucht - und prompt engagiert wurde.


Dr. Hugo Eckener

Auch wenn Eckener heute wenig bekannt ist - er war es, der den Traum des Grafen verwirklicht hat. Waren die Flugmaschinen zu Zeppelins Lebzeiten noch empfindliche Apparate, deren Benutzung gehörigen Mut abverlangte - nun wurden die Menschen in ihren Luftschiffen tatsächlich zu friedlichen Eroberern des Himmels.

Eckener selbst schreibt über die fragilen Riesen: "Der Zeppelin war von Anfang an als ein Instrument des Friedens und friedlichen Verkehrs gedacht; (...) Wegen seiner leichten Bauart und Verletzbarkeit bei seiner großen Angriffsfläche gedeiht und lebt er nur in einer Atmosphäre eines unbewölkten Friedens (...). Er ist wie einer jener buntschillernden Schmetterlinge, die sinnbezaubernd im Sonnenlicht gaukeln, aber schnell ein schützendes Versteck aufsuchen, wenn ein Unwetter aufzieht. Ich habe deshalb auch öfters (...) die Empfindung gehabt, als ob man in ihm ein Zeichen und Symbol des gesicherten Friedens zu sehen glaubte..."



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Nach der Lieferung von LZ126 nach Amerika schlug die Stimmung zugunsten der Deutschen um. Das über New York kreisende Luftschiff begeisterte die Amerikaner, eindringlich wurde der Welt die Einsatzfähigkeit im transatlantischen Luftverkehr vor Augen geführt. Den Deutschen wurde die Wiederaufnahme des Luftschiffbaus gestattet, und am Bodensee entstand die so zarte wie riesige Struktur von "LZ127": mit dem "Graf Zeppelin" entstand das größte aller bisherigen Schiffe, 236 Meter lang und ausgelegt für einen Aktionsradius von 10.000 Kilometern. Für ein kurzes Jahrzehnt wurden die luxuriösen Luftschiffe nun zu den Ozeanriesen des Himmels.



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Die sanften Riesen

Höhepunkt und Untergang

Mit dem "Grafen", wie das Schiff liebevoll genannt wurde, war nun tatsächlich des Grafens Traum verwirklicht. Das Schiff bereiste die ganze Welt, erforschte den Nordpol, wurde Botschafter für die Idee der friedlichen, weltumspannenden Luftschiffahrt. Der Komfort der damals ebenfalls in Hochblüte stehenden Ozeandampfer wurde mit der Geschwindigkeit der Flugzeuge kombiniert. Die transatlantische Luftlinie war Realität geworden. Das Luftschiff wurde im Verkehrssystem der Zwischenkriegszeit neben Eisenbahn und Schiffahrt als selbstverständliche Ergänzung gesehen, und nach dem "Versuchsschiff" LZ127 begannen nun einige Länder mit der Konstruktion großer Passagierschiffe - in enger Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg.



Zeppelin Weltreisen Zeppelin Weltreisen Zeppelin Weltreisen

Nun entstanden einige Schiffe, unter anderem die R100 und R101 in England, in Deutschland arbeitete man an "LZ128" (das allerdings nicht gebaut wurde), in den USA an "Acron" und "Macon". Während aber erneute Abstürze bald das Ende der britischen und amerikanischen Großluftschiffahrt bringen, pendelt "Graf Zeppelin" ohne Probleme zwischen den Kontinenten - und so bleibt es Deutschland vorbehalten, das größte Objekt zu konstruieren, das jemals geflogen ist: die "Hindenburg".



LZ129 Hindenburg LZ129 Hindenburg LZ129 Hindenburg

Alles an diesem Schiff ist Superlative. Fast einen Viertelkilometer lang, lässt es heutige Großflugzeuge (im Bild oben eingesetzt eine Boeing 747 "Jumbo Jet") wie Spielzeug erscheinen. War die Passagiergondel von "LZ127" noch etwas eng und plüschig-altmodisch, integrierte man nun Passagierdecks ins Schiffsinnere. Die Gestaltung war hochmodern, Speisesaal, Raucherzimmer, Bar, Aufenthaltsraum, Promenadendeck - alles erinnerte an die modernsten Ozeanriesen dieser Zeit. Die Bilder vom Nachbau im Zeppelinmuseum Friedrichshafen zeigen die zeitlose Eleganz der Einrichtung.


LZ129 Hindenburg Nachbau LZ129 Hindenburg Nachbau LZ129 Hindenburg Nachbau

Der Luxus war überaus exklusiv: Nur 50 Passagiere fasste das Schiff, diesen wurde aber höchster Komfort geboten - und das hatte seinen Preis: die einfache Fahrt Frankfurt-Lakehurst kostete umgerechnet etwa 7000 Euro und war damit etwa doppelt bis dreimal so teuer wie die Fahrt auf den Dampfschiffen. Gefüllt werden sollte das Schiff erstmalig mit dem unbrennbaren Helium aus USA, die Dimensionen waren gigantisch, allein der Durchmesser mit über 41 Metern entspricht einem 14-stöckigen Wohnhaus. Die Bilder aus dem Zeppelinmuseum lassen die Größe und auch die Präzision der Konstruktion ahnen.


LZ129 Hindenburg Nachbau LZ129 Hindenburg Nachbau LZ129 Hindenburg Nachbau

Eckener, der sich immer offen gegen die Nazis gestellt hatte und später nur wegen seiner Berühmtheit nicht im KZ endete, hatte Weltgeschichte geschrieben. Seine Schiffe überflogen alle Kontinente, sein Name war weltbekannt. Fast wäre er sogar gegen Hitler zur Wahl des Reichskanzlers angetreten. Er hatte beste Kontakte zur USA und hatte schon die Lieferung des unbrennbaren Heliums an Deutschland vereinbart. Der Aufstieg der Nationalsozialisten war der Hinderungsgrund - ein heliumgefülltes Luftschiff wäre für militärische Zwecke genutzt worden. So musste wieder auf Wasserstoff zurückgegriffen werden, was schlussendlich zur Katastrophe führte. Eckeners öffentliche Opposition gegen das Regime hatte Folgen: sein Name durfte nicht mehr genannt werden, sein Bild nicht mehr gezeigt, Presseberichte über ihn wurden verboten. So verschwand einer der populärsten Männer Deutschlands allmählich aus der Wahrnehmung; heute ist er zu Unrecht vergessen.



LZ129 Hindenburg LZ129 Hindenburg LZ129 Hindenburg

Am 6. Mai 1937 explodierte die Hindenburg vor laufenden Kameras. Die Life-Aufzeichnung, auf der der Reporter Augenzeuge einer Katastrophe wird blieb erhalten - Er bricht verzweifelt in Tränen aus, seine Schilderung des Unfassbaren ist bis heute ein berührendes Dokument. Der Höhepunkt der technischen Entwicklung zerfällt in einem Feuerball, Menschen irren durch das verglühende Gerippe. Der Traum hatte sich überlebt: technisch - 36 Menschen starben bei dem Unfall - und noch mehr politisch. Deutschland hatte mit den Zeppelinfahrten ein letztes Mal friedlich die Welt erobert, der Brand der Hindenburg war auch ein erstes Wetterleuchten des aufziehenden Weltgewitters, das die Idee einer nie mehr erreichten Form des luxuriösen Reisens hinwegfegt.


LZ129 Hindenburg LZ129 Hindenburg LZ129 Hindenburg

Obwohl nach der Hindenburg-Katastrophe noch ein letztes Schiff - "LZ130", Graf Zeppelin II - fertiggestellt wurde, war die Zeit der friedlichen, völkerverbindenden Flugmaschinen vorbei. Die sanften Riesen hatten den Himmel verlassen, am Vorabend des 2.Weltkriegs war für die "buntschillernden Schmetterlinge, die sinnbezaubernd im Sonnenlicht gaukeln" kein Platz mehr. Die Träume, die das Auftauchen der leichtgewichtigen Wunderwerke überall auf der Welt beflügelte, zerstoben unter den preussischen Soldatenstiefeln, deren stampfender Stechschritt das sanfte Brummen der Motoren ablöste. Die letzten Zeppeline wurden von den neuen Machthabern verschrottet; offiziell wegen Materialbedarfs, in Wahrheit aber, weil das Vorhandensein solcher Freiheitssymbole dieser Art von Menschen unerträglich war.





Vom gestern ins Übermorgen

Die schwierige Wiedergeburt

Trotz der rasanten Weiterentwicklung der Flugzeuge vor allem im 2.Weltkrieg, und trotz der Hindenburgkatastrophe wurden in den 50er-Jahren vor allem von amerikanischer Seite weiterhin Luftschiffprojekte angedacht. Transatlantik-Passagierschiffe wurden ebenso überlegt wie atombetriebene fliegende Flugzeugträger. Das bisher konkreteste Projekt zur Wiederbelebung der Großluftschiffe war der "Cargolifter" in den 1990er-Jahren, ein privat finanziertes Projekt für ein riesiges Schwertransportluftschiff. Leider ist dieses Projekt ebenso gescheitert wie alle anderen davor, obwohl bereits eine riesige Halle errichtet wurde und erste Modelle präsentiert wurden. Heute wird diese größte Halle der Welt als Freizeitanlage genutzt.


Goodyear-Projekt Cargolifter Cargolifter

Das Cargolifter-Projekt war einige Nummern zu groß - aber an der Geburtsstätte der Luftschiffe beginnt das große Abenteuer erneut. Seit einigen Jahren klingt das Brummen von Luftschiffpropellern wieder über den Bodensee, und wieder ist es die Zeppelinwerft, die wohlüberlegt erste Schritte tut. Genau hundert Jahre nach dem Erstflug des LZ1 geht der Traum weiter: Mit einem "Zeppelin Neuer Technologie", gebaut aus modernsten Materialien und selbstverständlich mit unbrennbarem Helium gefüllt wird ein neues Kapitel in der Luftschiffgeschichte aufgeschlagen.

Es scheint, dass im heutigen, friedlich vereinten Europa nun endlich wieder Platz ist für die wunderbaren sanften Riesen, die erneut beginnen, die Menschen zu verzaubern - und mit ihrem sanften, fast lautlosen Flug den Passagieren einen vielleicht nachdenklichen Blick auf eine fast grenzenlos gewordene Welt ermöglichen. Es ist trotz allem die Welt, von der die Helden der frühen Luftfahrt geträumt haben, voll von Schönheit und Wundern.



Luftschiff über Paris Zeppelin NT Zeppelin NT




Zeppelin und Kunst

Der Flug der Zeppeline inspiriert Künstler bis heute. In den "Geheimnisvollen Städten", erdacht und gezeichnet von den belgischen Künstlern Francois Schuiten und Benoit Peeters besorgen vor allem Luftschiffe und Ballone den Verkehr. Ein Buch, "Die Reise nach Armilia" ist den Träumen eines kleinen Jungen gewidmet, der in einer Fabrik arbeitet; ein Buch über einen Zeppelin hilft seinem Geist, das Sklavendasein zu verlassen. Die Bilder dieses Comics sind wunderbar gezeichnet und kommen der Seele des Zeppelingedankens wohl sehr nahe.

Link: Urbicande - die Website der Autoren



Francois Schuiten Francois Schuiten Francois Schuiten


Auch Wiener Designstudenten waren von den Möglichkeiten der Luftschiffe begeistert: Klement Wassner & Stefan Moritsch entwarfen ein Wohnluftschiff, zu dem sie schreiben:

"Unser Luftschiff hat nicht die klassische Zigarrenform. Durch die Integration des Wohnraumes in die Gesamtstruktur erklärt sich der im vorderen Bereich des Schiffes stehende und im hinteren Bereich liegende Querschnitt. Der MW 003 Kalmar ist ein in der Luft schwimmendes Wasserlebewesen.

Bei Luftschiffen verbinden sich Schwerkraft und Auftrieb zu einer harmonischen Einheit: Den nötigen Auftrieb erzeugt ein 81Meter langer, heliumbefüllter Körper, an dem der Wohnraum hängt. Das Prinzip des Hängens haben wir in den Innenraum weitergeführt und auf Möblierung und Struktur angewandt. Das Hängen am Auftriebskörper wird in jedem Detail fühlbar: Die Sessel hängen, die Tische hängen, das Bett hängt, die Küche hängt, auch der Fussboden ist mit Seilen von der Tragstruktur abgehängt. Dadurch kann man alles leicht, weil nicht selbsttragend bauen. Sessel, die hängen, können auf eine Sitzfläche mit ein paar Meter Seil reduziert werden. Sollen die Teile nicht oder weniger schwingen, können sie zusätzlich an Systempunkten im Boden abgespannt werden.

Nach unserer Vorstellung ist die Navigation eines Luftschiffes in Zukunft durch Systeme wie GPS, automatisierte Lage- und Positionskontrollen erleichtert und damit für alle, nach Erwerb einer, einem Autoführerschein vergleichbaren Lizenz, bewältigbar."


Link: bkm design working group


Wohnluftschiff von Moritsch+Wassner Wohnluftschiff von Moritsch+Wassner Wohnluftschiff von Moritsch+Wassner




Links, Quellen

Zeppelinmuseum Friedrichshafen - Das größte Luftschiffmuseum zeigt neben vielen Erinnerungsstücken einen wunderbaren 1:1-Nachbau der Passagiersektion der Hindenburg.

Zeppelin Luftschifftechnik Der Hersteller des neuen Luftschiffes "Zeppelin NT"

Die Deutsche Zeppelinreederei bietet Rundflüge mit Luftschiffen, vor allem über dem Bodensee

Luftschiff.de - ein Internetportal rund um das Thema Luftschiffe incl. Diskussionsforum

Ein weiteres Thema zur Geschichte der Reisekultur:
Die Normandie - Der schönste aller Transatlantikliner

Die Abbildungen dieser Seite entstammen großteils den Sammelalben "Zeppelin-Weltfahrten", herausgegeben von einer damaligen Zigarettenfirma, sowie der Marinesammlung meines Vaters. Die Farbaufnahmen am Ende des Berichts sind, wenn nicht anders angegeben von Harald A. Jahn. Die Bilder vom Brand der Hindenburg sind Public Domain, da sie von Personal der US Navy angefertigt wurden. Sollte die Verwendung eines Bild trotzdem Rechte Dritter verletzen bitte ich um Mitteilung, um es entfernen zu können. Diese Seite verfolgt keinen kommerziellen Zweck, sondern soll die Faszination an Luftschiffen vermitteln.

Text: Harald A. Jahn, Oktober 2006