Straßenbahn in Frankreich - Nizza

Nach den schlechten Erfahrungen in Nancy entschloss man sich im Jahr 2000 für die "klassische moderne" Straßenbahn. Kleine Besonderheit: Die Wagen können mittels Akku ein kurzes Stück ohne Oberleitung fahren, um die Ansichten historischer Plätze nicht zu beeinträchtigen. In der Mitte ist die Place Massena, der zentrale Platz Nizzas zu sehen. Was in Frankreich immer wieder auffällt: Der gebaute Endzustand entspricht fast zu 100% den Entwürfen (vergl. Bild links und rechts). In Wien bleibt meist wenig über von den Architektenplänen, dementsprechend skeptisch ist die Bevölkerung bei Neugestaltungen...

Straßenbahn in Nizza Straßenbahn in Nizza Straßenbahn in Nizza

Im Endausbau sollen 3 Linien mit zusammen 40 Kilometern Länge entstehen, begonnen wurde mit einer Straßenbahnlinie und einer Buslinie auf eigener Fahrbahn. Die erste Linie führt U-Förmig vom Depot im Norden durch die Innenstadt zur vorläufigen Endstation Pont Michel, einer Plattenbaugegend. Bemerkenswert ist die künstlerische Ausgestaltung der Strecke im inneren Bereich.

Eine "Spezialität" in Nizza: Im zentralen Stadtbereich wird zweimal kurz auf Batteriebetrieb umgeschaltet, um die Oberleitung zu vermeiden. Die Place Massena (links) und Garibaldi (rechts) werden ohne störende Oberleitung überquert. Der kurze Umschaltvorgang an den Haltestellen davor und danach wird dabei in Kauf genommen, ist aber nicht immer ganz reibungslos; manchmal kommt es zu Stehzeiten im Minutenbereich.

In Nizza gab man sich besondere Mühe beim Neudesign der Tramwaytrasse. Alle Elemente der Stadtmöblierung wurden aufeinander abgestimmt und zitieren Palmenmotive, die Strecke wirkt "wie aus einem Guss".

Technisch recht interessant ist die Zufahrt zum Depot am nordwestlichen Streckenende. Aus Platzgründen schraubt sich die Trasse in einer Schleife hoch, um die Einfahrt zu den Abstellhallen zu erreichen. Das Grundstück wird von einem Autobahnzubringer begrenzt, trotzdem entstand auch an dieser Stelle anspruchsvolle Architektur.

Der westliche Ast führt an den Überresten des Südbahnhofes vorbei, dort nahmen die "Chemins de Fer de la Provence" ihren Anfang. Leider wurde die Anfangsstation um einige hundert Meter zurückgezogen, die alte Bahnhofshalle demontiert. Die neue Endstation ist aber anscheinend so angelegt, dass die Gleise durch sie hindurch wieder verlängert werden könnten. Allerdings soll der Platz mit einem Einkaufs- bzw Sportzentrum verbaut werden. Schade, die Umsteigebeziehung zur Lokalbahn wäre ideal gewesen.

Die zweite Linie entsteht als Ost-West-Querung der Innenstadt, allerdings als Tunnelstrecke mit vier Stationen im zentralen Bereich. Im Westen soll die Linie bis zum Flughafen führen, wo ein neuer Verknüpfungspunkt mit der Eisenbahn entstehen wird. Es wird übrigens keine Gleisverbindung zwischen den beiden Linien geben! Eine technische Neuerung sollhier erstmals eingesetzt werden: Die oberleitungslose Tramway, deren Supercaps in allen Haltestellen innerhalb von Sekunden neu aufgeladen werden.

Die Kurzvorstellung der neuen Alstom-X05

Straßenbahn in Nizza

Netzplan

Stadtplanung Nizza


Weitere Fotos:

Tramwaybaustellen in Nizza, Mai 2007
Alle Viennaslide-Bilder zur Straßenbahn Nizza
Chemins de fer de la Provence

Die Zukunft der Städte, Seite 114

Lage in Frankreich

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Letzte Änderung: 15.1.2018