Tramway.at Modellbau Triebwagen ÖBB 4010






Der 4010 der ÖBB ("Transalpin")

Mit der Triebwagenbaureihe 4010 verbinde ich angenehme Erinnerungen. Ich war zwar zu seinen besten Zeiten noch nicht mit ihm unterwegs, aber in meiner Schulzeit war der von uns schlicht "Transalpin" genannte Zug der Star auf Österreichs Gleisen. Meine persönlich schönste Erinnerung war eine Fahrt von Graz nach Wien im Hochsommer, das einteilige Abteilfenster bis zum Bauch heruntergelassen, draußen die Sommergerüche, und so über den Semmering! - Oder der Speisewagen im Design der 1960er Jahre, mit einzelnen bequemen Sesseln... Leider habe ich kaum eigene Fotos vom 4010, nur einmal ist mir zufällig gelungen, eine Flankenfahrt am Südbahnnhof zu verewigen.

Damals, als das Modell bei Roco zum ersten Mal rauskam, hab ich es versäumt (oder konnte es mir nicht leisten); nun wurde er mit eingebautem Sounddecoder endlich wieder aufgelegt. Auf meiner Anlage gibt's zwar keine Oberleitung, aber der Zug musste einfach in meine Sammlung. Der erste Eindruck ist gut, schaut man genauer hin, merkt man das Alter des Modells. Da wäre mal die schlichte Inneneinrichtung - gut, das kann man leicht selbst verbessern. Dabei kann man wohl auch die seltsamen runden Strukturen entfernen und die Löcher im Wagenboden, durch die man die Kupplungsmechanik sieht, tarnen. Weniger notwendig ist wohl der Abstand zwischen den Waggons trotz fixer Kurzkupplung. Diese wird mit einzusetzenden Plättchen hergestellt, Printplatten, die recht streng in den Aufnahmen sitzen - da kann man leicht was kaputt machen. Es wäre doch fein, wenn Roco eine Standard-Kurzkupplung für Triebwagenzüge konstruieren würde, mit meinetwegen 4 oder 6 Polen, aber das ist beim 4010 wohl auch ein Überbleibsel der Erstauflage.

Wirklich ärgerlich ist aber ein Konstruktionsfehler beim Steuerwagendrehgestell: Die beiden Metallplatten am Drehgestell klemmen die Aufnahme des Drehzapfens so ein, dass das sich Drehgestell nur schwer bewegt und überall entgleist (ich hab das am linken Bild mit roten Linien illustriert). Das zu zerlegen, abzulöten, schmal zu schleifen und wieder zusammenzupfrimeln hat mich eine Stunde gekostet. Dafür konnte ich bei der Gelegenheit das "Erkerfenster" schwarz hinterlegen, das war zuerst beige und hatte einen starken Lichtaustritt von der Beleuchtungsplatine gleich darunter. Apropos: Am Triebwagen geht das rote Licht nicht, und der Sound ist unausgewogen: Motor, Türen etc. sind zu leise, das Horn dagegen OK. Fazit: 450,- (etwas verbilligt, Memoba) gehen grad noch, wenn man den Zug wirklich liebt. Für Österreichische Anlagen der späten Epoche III ist er jedenfalls ein Must (es gibt ihn auch in der rot-weißen "Valousek"-Lackierung der Epoche IV, dem seinerzeit umstrittenen ÖBB-Designer ist beim 4010 ein guter Wurf gelungen).

Alle Fotos zum 4010


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© Harald A. Jahn 16.1.2021 - www.tramway.at