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Weichenantrieb
Hier die Bauteile:
Oben links: Der Stellschlitten des Antriebes, freundlicherweise mit wenig Luft für die Verlängerung der Stellstange. Ich habe ein Messingprofil in einen Schraubenkopf gelötet und das Ding nachher kleingeschliffen. Fazit: Vergiss es. Ausserdem macht das ganze Motörchen keinen sehr dauerhaften Eindruck, auch die Motorlagerung hat etwas zuviel Spiel: ich denke, die Kunststoffschnecke hat kein langes Leben. Ob die Kontakte für die Endabschaltung lange zuverlässig bleiben, kann ich auch nicht sagen.
Unten nun die fertige Arbeit. Unter "Laborbedingungen" schaltet das ganze schon gut, aber sehr laut (das Trassenbrett ist ein guter Resonanzkörper!), ausserdem ist das Werkl viel zu groß. In diesem konkreten Fall würde das zwar nichts ausmachen, aber bei meinem Hosenträger hab ich meine Zweifel.
Auf www.mbtronik.de habe ich von einer möglicherweise Interessanten Lösung gelesen. Schon vor längerer Zeit habe ich mir mal einen RC-Servo zum experimentieren gekauft, mich hat der langsame und fast geräuschlose Stellvorgang fasziniert. Damals hatte ich aber keine Möglichkeit, das Ding sinnvoll anzusteuern. Die "Flüsterantriebe" von Kurt Harder gehen offensichtlich genau diesen Weg, ich bin sehr gespannt und werde mir mal was zum probieren bestellen.
Nun, zweieinhalb Monate später, sind endlich die Antriebe eingetroffen. Die lange Lieferzeit ist glücklicherweise der einzige Wermutstropfen - abgesehen vom Preis, ein Antrieb kostet etwa 30 Euro. Allerdings ist die Sache das absolut wert. Die Antriebe stellen fast geräuschlos, mit immenser Kraft und doch präzise! Dazu kommt, dass man in eingebautem Zustand Stellweg, Endlage und sogar die Umlaufgeschwindigkeit programmieren kann. Ausserdem benötigt man keinen zusätzlichen Decoder, man kann den Elektronikbaustein direkt ans Digitalgleis hängen. Der Servo ist angenehm klein und kann wohl meistens direkt unter der Weiche montiert werden; allerdings ist es auch kein Problem, die Stellstange über Hebel anzusteuern.
Links ein Größenvergleich zwischen dem Fulgurexantrieb und dem Servo incl. Elektronik; rechts nochmal das gute Stück aus der Nähe. Die Elektronik bietet vielfältige Möglichkeiten - Relais zur Polarisierung ebenso wie getrennte Eingänge für Spannungsversorgung und Digitalsignal.
Hier nun drei eingebaute Antriebe. Die mühseligste Bastelei ist das Anfertigen der Kabel; der Rest ist sensationell einfach. Die Verkabelung ist aber tatsächlich etwas umfangreich, da man die Stecker zusammensetzen muss: zwei für die Stromversorgung (hier weiss von links kommend), zwei weitere als Fortsetzung zum nächsten Modul; detto zwei für die digitalen Schaltimpulse (grün+grau) plus Fortsetzung; denselben Digitalstrom muss man zum Stecker der Herzstückpolarisierung führen, und zwei Stecker gehen vom Relais zum Herzstück (schwarz). An die Optokoppler (Fahrstraßenausleuchtung oder ähnliches) hab ich dabei garnichts angeschlossen. Die Servos haben hier fertige rotbraune Kabel. Am rechten Bild die gerade schaltenden Servos. Besonders praktisch ist, dass Endlage und Umlaufgeschwindigkeit einfachst bei eingebautem Antrieb justiert werden können.
Nun, nach einigen Monaten "Testbetrieb", bin ich nach wie vor sehr angetan von den Antrieben. Man kann zwar keine Weichenlaternen anschließen (bzw müsste eine etwas wilde Konstruktion dazubasteln), aber alles hält und schaltet vortrefflich. Fazit: Das wird der Standardantrieb im sichtbaren Teil. Die nächsten 10 Antriebe sind schon eingetroffen, und erneut eine positive Überraschung: Die Servos sind noch kleiner geworden, und der Stellhebel ist nun ein Spezialteil statt der zurechtbebastelten weissen Hebel aus dem RC-Modellsport. Super!
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