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Das Gürteldiorama soll den Bereich um die Jugendstil-Stadtbahnstation Josefstädterstraße von Otto Wagner nachbilden. Die Station soll im genauen Modellmaßstab entstehen, mit einigen Stadtbahnbögen in Richtung Thaliastraße. Zu diesem Zweck habe ich mir im Staatsarchiv die Originalpläne ausheben lassen. Meine Wahl fiel wegen der darunterliegenden Tramwayschleife auf die Josefstädterstraße, ausserdem ist die Station eine der kleineren. Der Betrieb wird eher simpel abgewickelt, vorgesehen ist ein einfacher Wendezugbetrieb:
Weiss: Tourengleise
Grau: Abstellgleise
Rot: nicht sichtbar
Bei der Grundplatte wollte ich vergangene Fehler nicht wiederholen und habe sie daher etwas dicker gemacht. Auch die Trennstellen der Module mussten passgenauer definiert werden.
Hier der Grundriss (anklicken vergrößert den Plan). Hellblau die befahrbaren Tramwaygeleise, in der Mitte die Trasse der Stadtbahn. Die gelben Linien sind die Trennungen der Grundplatten. Rechts ein Satellitenfoto von Google Earth, leider ist Wien noch nicht sehr gut aufgelöst.
Die nächsten Bilder zeigen schon einiges "handfestes": links ein erster Musterteil der typischen Otto-Wagner-Geländer, aus Messing geätzt. Rechts daneben Screenshots der Planungsarbeiten in einem CAD-Programm - die Schnittpläne werden digital an die Laserfirma übermittelt, die dann aus unterschiedlich dicken Polytyrol- und Plexiglasplatten die Teile ausschneidet.
Und hier schon die ganze weisse Pracht: Das wird der Rohbau, sozusagen. Die sichtbaren Teile (damit kann das Bauwerk bis zur Dachunterkante zusammengesetzt werden) kosten übrigens Euro 250,- (nicht enthalten ist hier die Arbeitszeit für die Schnittpläne); später kommen noch ca 300,- für die Viaduktbögen und ergänzende Teile dazu.
Weiter gehts: Nach langer Planungszeit kam die erste Ätzplatine an. Rechts ein erstes Fassadenmusterstück!
Hier die gesamte stadtseitige Fassade mal aufgelegt. Die Platine wird zweimal ausbelichtet, jedes Blech enthält die Teile für eine Längsfassade - das erspart einmal die Filmbelichtung. Den leeren Raum in den Fenstern nutzten wir übrigens für Geländersteher, die wir später in Mengen brauchen werden.
Konstruktiv besteht die Originalstation aus dem durchlaufenden Viadukt und der quasi davorgebauten Stationsfassade. Diese interessante Konstruktion wird im Modell deutlich dargestellt: der hier gezeigte Bereich, in dem früher ein Restaurant untergebracht war, macht hinter der den großen Fenstern der Fassade die Viaduktbögen sichtbar.
Das an die Station anschließende Viadukt erhält einen Kern aus Plexiglas, die Bögen werden aus Gips gegossen. Das Urmodell wird aus Messing geätzt und derzeit in AutoCAD geplant:
Die nächsten Schritte betreffen nun den Zusammenbau der Station - und die Farbe. Ein wirklich schwieriges Thema, weil nun entschieden werden muss, was dargestellt wird. Eine idealisierte Situation? Oder doch der vergammelte Zustand der 1950er Jahre - was aber heisst, die hässlichen Verunstaltungen dieser Zeit nachbilden zu müssen. Und: Welche Farbe hatte das Bauwerk überhaupt? Heute (und zur Eröffnung) war es wohl weiss, zwischendurch aber auch verfallen und dreckig; ausserdem waren einige Stadtbahnstationen auch mal schönbrunnergelb gefärbt. Und selbst wenn ich für die Fassade ein verdrecktes weiss/grau wähle - wie sah das ganze innen aus? Das vorhandene Bildmaterial ist in s/w; von der Inneneinrichtung und den gut sichtbaren Bodenfliesen rede ich noch gar nicht... Momentan denke ich an einen nicht ganz vorbildlichen, aber plausiblen Idealzustand, mit den Einrichtungen der 1950er-Stadtbahn auf einer Gebäudeseite und dem Originalzustand auf der anderen.
Unten einige Bilder des Stiegenhauses mit den Bodenfliesen - leider gibt es auch diesbezüglich keine Informationen, sodass ich auf vergleichbare Situationen zB von der Vorortelinie angewiesen bin.
Hier wieder ein Zwischenstand: Der Rohbau ist nun ziemlich fertig, nun fehlt noch der Innenausbau, weitere Messingzierteile, die Fenster, Dächer und viel Kleinkram.
Fortsetzung folgt!
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© Harald A. Jahn 2006 - www.tramway.at