Tramway.at Modellbau Industrieanlage Bau

Auch die Ecke der Anlage wird mit einer Industrieanlage abgedeckt, um die 90°-Bögen zu tarnen. Die Fläche über den Bögen bietet ausreichend Platz für eine glaubwürdige Fabrik, auch städtebaulich ist die Lage logisch. Vorne führt im Bogen das Zufahrtsgleis zum Betriebswerk vorbei (Radius ca. 200 cm). Das schräg gestellte Gebäude war die geplante Lokleitung, mittlerweile ist sie aber anderswo vorgesehen. Zusätzlich ist die unmittelbare Verbindung der beiden Tunnelportale mit einer Brücke und Zufahrtsrampe zum Kopfbahnhof unauffälliger gemacht. Die braunen und grauen Klötze im Hintergrund deuten die Fabriksgebäude an. Auf dem Zwickel zwischen den Gleistrassen hat sich ein Eisenbahner einen Schrebergarten angelegt. Der Entwurf sieht folgendermaßen aus (ganz links eine frühe Skizze):

Fabriksanlage Fabriksanlage Fabriksanlage

Für diese Zeichnungen baue ich die Landschaft grob auf und male dann mit Photopaint die Sachen zurecht. Bei diesen Bildern erkennt man ganz gut noch vorhandene Schwächen im Entwurf.

Einen Fortschritt brachte die Anschaffung der großen Kibri-Farbenfabrik. Zusammen mit den Wänden der Tramwayremise gibt das schon einen ganz guten Grundriss - Allerdings habe ich gesehen, dass mit einem weiteren gleichen Fabriksgebäude eine sehr glaubwürdige architektonische Situation geschaffen werden kann: Das zweite Gebäude wird symetrisch rechts der "Brückenstraße" aufgestellt, sodass eine Art "Ehrenhof" entsteht, der von den beiden hohen Risaliten flankiert wird. In der Gründerzeit gab es oft solche "großen Gesten".

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Jetzt gehts schon sehr in die gesuchte Richtung. Zwei flache Hallen sind zwischen paarweise angeordneten hohen Fabriksgebäuden eingespannt (das gedachte vierte liegt bereits ausserhalb der Grundplatte). Die beiden gegenüberliegenden Hallen sind mit Gleisen verbunden, eventuell liegt in der "Brückenstraße" eine Wagendrehscheibe. Vielleicht kann ich dieses Gleis sogar glaubwürdig an die Anlage anschließen.

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Die Lokleitung wird nun doch auf die weiter oben grün dargestellte Fläche wandern, mit der riesigen Böschung war ich sowieso nicht ganz zufrieden. Oben bei der Fabrik hat sie jedenfalls nichts mehr verloren.

Weiter gehts mit der Form der Geländestufe. Ich habe wieder eine "3D-Skizze" gemacht. Auf den beiden Bildern rechts erkennt man, dass die endgültige Form noch erarbeitet werden muss. Ständig muss dabei überlegt werden, wie die angenommene Geländeform vor der Errichtung der Kunstbauten ausgesehen haben könnte, welche Zonen abgegraben, welche aufgeschüttet wurden und warum welche Futtermauer wie aussieht.

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Der Gleisanschluss der Fabrik kann in der Zufahrtsstraße liegend die Rampe zur "Brückenstraße" hinaufgeführt werden. Der Anschluss erfolgt über das Frachtengleis des Kopfbahnhofes.

Nun zum Bau der Fabrik selbst. Ganz links der Urzustand. Als erste Aktion habe ich die einzelnen Wände zusammengebaut und schwarz gespritzt, da die Fabrik ja beleuchtet werden soll. Die Basteleien mit dem beiliegenden schwarzen Papier kann man sich sparen, die Fensterrahmen müssen ja auch lichtdicht werden. Länger herumgetüftelt habe ich auch an den passenden Farben, an einer Musterwand habe ich etliche Töne ausprobiert. Die Fassaden wurden oft mit zweifarbigen Ziegeln aufgelockert, nach einigen Versuchen fand ich eine nach meinem Geschmack passende Aufteilung. Hier nun meine Musterwände:

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Die Alterung habe ich mit stark verdünnter schwarzer Farbe, versetzt mit ein wenig Spülmittel durchgeführt. Bei den restlichen Teilen wird sie erst nach Zusammenbau angebracht, um ordentliche Übergänge an den Ecken zu erhalten. Die ganze Sache wird noch einmal mittels Luftpinsel dünn mit einem braunen Farbschleier überzogen, um ein geschlossenes Bild zu erzielen und den starken Kontrast der beiden Ziegelarten zu reduzieren.

Die große Halle, die aus der Kibri-Tramwayremise entsteht, wurde nach dem selben Farbschema bemalt, um die ganze Fabrik zu einer optisch geschlossenen Anlage werden zu lassen. Unten die Portalfassade.

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Der Zusammenbau der Fabrik ist nicht weiter schwierig, die Teile sind passgenau, die Konstruktion geschickt. Zeit, sich um das Innenleben zu kümmern - natürlich soll der Komplex beleuchtet werden. Ich halte nichts von der Methode, ein Lämpchen irgendwo reinzuknallen, das dann genauso irgendwie rausstrahlt. Mit einzelnen kleinen "Zimmerchen" sieht das wesentlich besser aus. Für das Chefzimmer im Turm habe ich ein kleines Plexiglaskästchen gebaut, das mit einer Microbirne beleuchtet wird. Da alle Gebäude nur Halbreliefs sind, kann ich die Rückwand bequem abnehmbar bauen, um es nötigenfalls austauschen zu können. Das Zimmer selbst habe ich nur wenig durchgestaltet, da die Fabrik ja in einem Eck der Anlage steht und nicht aus der Nähe betrachtet werden kann.

Fabriksanlage Fabriksanlage Fabriksanlage
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Auf den unteren beiden Bildern ist der Bau der Waggondrehscheibe zu sehen, sie ist ohne Funktion. Die Grundplatte ist aus Polystyrol, die Gleise sind Rillenschienen von Swedtram. Die angrenzenden Fassaden stehen auf 2mm-Plexiglasstreifen, um die Gleise unter einer Gipspflasterschicht verschwinden zu lassen.

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Nachdem die große Halle nun ein Dach aus Modellkarton bekommen hat, ist mal wieder eine Stellprobe angesagt. Das Problem bei der ganzen Fabrik ist ja, dass sie in der Ecke der Anlage steht, knapp unter der Decke - da muss man schon mal probieren, ob sie auch hinaufgehoben werden kann. Fix montiert sind nur die flachen Teile, die Türme werden erst nach erfolgter Lüpfung :-) an ihre Plätze gestellt. Hier eine Übersicht am Boden:

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Weiter gehts mit den Oberflächen. Die Straßenfläche wird gespachtelt, nachdem die Zufahrtsgleise mit UHU Hart verklebt wurden. Die schrägen Flächen bilde ich aus Styrodurblöcken, die mittels Thermosäge sehr leicht zu verarbeiten sind. Die Gipsfläche erhält einige Risse und stellt betonierte Felder dar; farblich wird das noch etwas nachbehandelt und mit Grasbüscheln versehen, die in den "Ritzen" wachsen.

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Langsam wird auch die Verkabelung der beleuchteten Teile fällig. Ich arbeite mit Mikrosteckern aus dem Elektronikbedarf, die sind billig, leicht zu trennen und klein. Die Straßenlampen sind steckbar, damit beim hinaufheben nichts passiert. Zeit für eine kleine Fotosession!

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Nun beginnt die Begrünung. Eine Mischung aus verschiedensten Materialien von Silflor, Heki und anderen bewuchert die Böschungen; vorher habe ich die Flächen noch grün bemalt und mit Busch-Gras beflockt, um kahle Stellen auszuschließen. Auf dem rechten Bild ist zu sehen, wie dicht und unterschiedlich das Material verarbeitet werden muss, um echt zu wirken.

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Auch wenn das Projekt nun langsam zu einem Ende kommt - ich hätte nie gedacht, wieviele Wochen Arbeitszeit dieses eigentlich einfache Element verschlingt! Die ersten Entwürfe ganz oben auf dieser Seite entstanden im Juni 2002; von Mitte Jänner bis Februar 2003 arbeite ich intensiv (mehrere Stunden täglich) an dem Objekt.

Eine der letzten größeren Arbeiten betrifft nun den Ladehof, in das das Anschlussgleis hineinführt. Ich nahm an, dass von einer Wagendrehscheibe am Ende des Gleises die Güterwagen per Handverschub in die Hallen geschoben werden können. Links ein Blick in den Hof, das Farbfinish ist noch nicht ganz fertig. Rechts daneben der Entwurf für eine Dachkonstruktion aus Messingprofilen, darunter ein filigranes Vorbild. Ich nahm an, dass der kleine Hof nachträglich mit einem Glasdach überbaut wurde, um die Manipulationen an den Wagen bequemer zu gestalten. Im Modell brauche ich das Dach, weil die Anlagenkante sonst zu auffällig wäre - das schräge Wandstück in der rechten Ecke des Hofes liegt unmittelbar am "Abgrund".

Im Vergleich mit den Bildern weiter oben ist zu sehen, dass der Hof um eine Torachse verkürzt wurde, das ermöglichte einen glaubhaften Abschluss. Mit der ursprünglichen Variante wäre diese Gasse einfach ins Leere gelaufen.

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