Tramway.at Modellbau Zugförderung Bau

Die Zugförderung liegt im Mittelteil der Anlage, aufgeteilt auf drei verschieden geformte Segmente, die auch die Steuerzentrale tragen. Das macht den Bau recht schwierig, die Stärke der Grundplatte bietet nur 5cm Höhe für alle Einbauten, dazu kommen die nötigen Verkabelungen der Zentrale. Im Nachhinein war das eine eher "mutige" Planung, heute würde ich das anders machen.

Es war überraschend kniffelig, die richtige Lage der Heizhausgleise zu finden, einige Varianten habe ich probiert. Die endgültige Fassung ist ein erträglicher Kompromiss, leider musste ich einiges wie zB das Umfahrungsgleis weglassen. Nun gibt es nur ein einziges Zufahrtsgleis, über zwei Ausziehgleise mit Bekohlung (unterhalb der Bildkante) kommen die Maschinen in den Heizhausbereich. Vorne die Entschlackung mit Wasserkränen. Das Gleis ganz rechts ist das Programmiergleis für die Intellibox; diese wird in die Platte versenkt.

In der Mitte das Heizhaus, es war die Keimzelle der ganzen Anlage und ist bis heute noch nicht fertig...

Betriebswerk Betriebswerk Betriebswerk

2002 beginne ich mit dem Bauteil. Kernstück ist die Behandlungsanlage mit Bekohlung, Schlackensumpf und Wasserkränen. Hier die Schlackengrube von Bohemia Models im Rohbau, ein toller Bausatz, überaus präzise und von bester Passgenauigkeit. Leider gibt es die Firma nicht mehr, ich konnte grade noch einige wichtige Teile fürs Betriebswerk bekommen. Am linken Segment ist die Bekohlung mit zwei typisch österreichischen Kohlekränen.

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2004: Die Gleise sind schnell verlegt, es folgt das "einsauen" mit schwarzer Farbe und Kohle.

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Nach kurzer Trockenzeit sieht das ganze schon recht ordentlich aus, allerdings fehlen natürlich noch etliche Grau- und Braunschattierungen, die ich später mit dem Luftpinsel setzen werde. Auch die Begrünung wird der Sache einen etwas frischeren Touch geben. Natürlich kann ich mich nicht zurückhalten und will sofort sehen, wie das durch die Kameralinse aussieht:

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Nun zur Begrünung. Ich habe mich beim lokalen Dealer mit einer Unmenge von Gras eingedeckt ;-) - unterschiedlichste Matten und Flocken, um die vielfältigen in der Natur vorkommenden "Wucherungen" einigermaßen nachbilden zu können. Ich muss dazu sagen, dass die Begrünung für mich zum Schwierigsten gehört - deswegen habe ich ein kleines Probestück versucht. Weniger kleine Akzente wie am mittleren Bild, vor allem groflächiges "Unkraut" mit seinen natürlichen Übergängen und Kanten ist langwierige Übungssache. Hier hilt nur Naturbeobachtung - wo wächst was, und auf welche Weise? Irgendwelche Fasern in die Gegend zu picken bringt jedenfalls nicht das gewünschte Bild. Ich muss noch eine ganze Weile üben, so langsam wirds aber schon...

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Einige Erkenntnisse: Ganz zu Beginn habe ich die Gleise auf ihre Korkmatten geklebt. Dann werden die Schienenprofile mit Plakafarbe dunkelbraun gestrichen. Noch vor dem Einschottern klebe ich die langen Fasern auf, der Untergrund wird vorher in der Farbe gemalt, die später auch die fertige Fläche haben soll. Die Grasmatten sind recht dick, es empfielt sich, die angrenzenden Wege oder Gleise etwas höher zu setzen. Unterhalb der eher lockeren Siflor-Matten kann man auch billige Grasmatten kleben, damit wird das ganze noch krautiger. Die Gleise habe ich erst eingeschottert, nachdem diverse Grasbüschel mit Alleskleber gepflanzt wurden - der Kies rinnt bequem um die fertigen Büschel herum, und es sieht so aus als würden sie direkt aus dem Schotter kommen. Dann kann man mit Pulverfarben das Schotterbett etwas patinieren; ganz zuletzt streue ich noch feine Flocken als Zufallsgrün ins Gleisbett. Als abschließende Fixierung habe ich verdünntes Weissleim-Spülmittel-Wassergemisch aus einem Zerstäuber über die ganze Sache genebelt. Im Sommer 2004 ist der Bauteil fertig.

Wichtig ist auch, für die begleitenden Wege bzw Verschieberbahnsteige feineren Sand zu verwenden als fürs Schotterbett. Die meisten Modellschotter sind übrigens zu grob, ich verwende "Mobalit", ein echter Steinschotter aus einem Steinbruch, der auch die große Bahn beliefert. Zu bekommen ist das Material beim MBC "Wilder Kaiser" zu durchaus wohlfeilen Preisen.


Die leider nicht ganz - ähem - vorausschauende Planung bei der Gleisentwicklung hat eine etwas originelle Lösung bei der Segmentteilung nötig gemacht. Mich hat das so geärgert, dass ich für längere Zeit nicht am Betriebswerk weitergearbeitet habe, bis ich mir drei Jahre später nun doch einen Ruck gegeben habe und die Weihnachtsfeiertage 2007 zur Lösung des Problems verwende. Nun geht die Modultrennung mitten durch die DKW, der Servoantrieb musste in den Segmentrahmen gemurkst werden. Das ganze macht soviel Arbeit, dass ich mir vornehme, künftig sorgfältiger zu planen:

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Herbst 2009 geht es nun weiter, inzwischen waren andere Bauteile dran. Ich nehme mir für diesen Winter vor, endlich die ganze Anlage befahrbar zu machen und das Betriebswerk komplett fertigzustellen. An anderer Stelle der Anlage habe ich mich zu ordentlichen Modulübergängen durchgerungen, nun ist es Zeit, den Pfusch aus der Anfangszeit meiner Basteleien zu sanieren. Ich war bei der Trennfuge, die sich durch das ganze Gleisvorfeld zieht etwas naiv, ein Versuch das zu stabilisieren schlug auch fehl.

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Ich lege eine stabile Unterlage aus Leiterplattenmaterial ein (nur hier am Foto kupferbeschichtet, wird noch getauscht), auf die dann Printplatten aufgeschraubt werden, auf denen wiederum die Schienen festgelötet werden. Das sollte über die ganze Breite eine völlig formstabile und kraftschlüssige Kante werden (natürlich wird das noch längs durchgesägt, um die Module trennen zu können). Getarnt wird der ganze Streifen durch einen Übergang, der später aus einem passenden Durchlass im Hintergrund den gedachten Zugang zum Heizhausgelände bildet.

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Leider ebenfalls umbauen muss ich die Schlackegrube - ich brauche den Platz für eine neue Weichenverbindung, die mir im Probebetrieb immer wieder gefehlt hat. Leider ist auf der Unterseite der Platte die Stromversorgung der Intellibox und allerlei sonstige Elektrik, die muss damit auch ein wenig abgeändert werden. Auch hier nutze ich die Gelegenheit, alles ein wenig zu verbessern. Die neue DKW benötigt natürlich auch einen Servoantrieb, der untergebracht werden will.



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Während ich auf diesen warte, nehme ich das Österreichische Stellwerk von MSE in Angriff, das ich mir vor einiger Zeit auf Lager gelegt habe. Eigentlich wollte ich von MSE-Bausätzen die Finger lassen - zurecht, wie ich mir leider selbst bestätigen muss. Wenn schon Resin, dann bitte in der Qualität von Artitec - hier erhielt ich um relativ viel Geld einen Bausatz, der etwa dem Qualitätsniveau von Faller in den späten 1970er-Jahren entsptricht, allerdings mit einem Material, das sehr mühsam zu kleben und zu bemalen ist. Sehr ärgerlich ist die MSE-Angewohnheit, klare Teile aus Gießharz anzubieten. Weder sind die Scheiben wirklich durchsichtig, noch ist die Sprossenteilung der Fenster sauber zu malen. Diese Teile werde ich aus Plexiglas fertigen und mit geätzten Fensterspriesseln ergänzen müssen - ein Ärgernis bei einem teuren Kleinserienmodell!

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Die Inneneinrichtung habe ich komplett aus Polystyrol aufgebaut, um verlässliche Grundlagen für die Verklebungen zu haben - das linke Bild zeigt das "autarke" Innenleben. In der Mitte mein angenommener Grundriss, leider fand ich keine Vorbildunterlagen. Viele Möglichkeiten zur Raumaufteilung gibts aber sowieso nicht. Ganz rechts das fertig eingerichtete Obergschoß, wirklich brauchbar war eigentlich nur die Stellbank, die restlichen Möbel habe ich von Preiser. Nun fehlt noch eine dezente Beleuchtung und die Verglasung der Kanzel. Alles in allem - um 59,- (Gebäude) + 29,- (Inneneinrichtung) ist das knapp an der Schmerzgrenze. Hier der direkte Link auf die Bausätze bei MSE.

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Wie weiter oben erwähnt, musste eine neue Weichenverbindung eingebaut werden. Die "Baeseler" wird von einem Spezialbaustein beschaltet, der die einzelnen Zwischenschienen gefinkelt stromlos schaltet, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Der Kabelverhau ist dabei allerdings beachtlich, wenn auch bewältigbar. Auch generell musste die ursprüngliche Verkabelung dieses zentralen Moduls etwas überarbeitet werden.

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Die Umgebung der Schlackegrube sollte betoniert sein. Da die Gleise parallel verlaufen, und um die Patzerei sowie zu hohes Gewicht zu vermeiden entschloss ich mich sie nicht einzugipsen, sondern mit Polystyrol zu belegen. Die Flächen werden mit Heki-Betonfarbe gestrichen und danach mit einem Gemisch stark verdünnter schwarzer Farbe plus Spülmittel "eingesaut". Am rechten Bild sieht man das fertige Ergebnis rechts, der linke Teil wurde gerade nass in nass verschmutzt. Das Stellwerk steht übrigens auf einem Sockel, weil der Antrieb für ein Formsignal in der Unterkonstruktion nicht anders unterzubringen war. Das dazugehörige Gleis (die hinführende Weiche ist hinter der Schlackegrube zu sehen) steigt allerdings an, sodass die begleitende Ziegelmauer und die erhöhte Signalposition einigermaßen erklärbar sind. Im Jänner 2010 geht dieses Segment also seiner Fertigstellung entgegen...

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Fotos des fertigen Bauteils

Verwandtes Thema: Heizhaus (Lokschuppen)

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Letzte Änderung: 26.11.2009 - © Harald A. Jahn - www.tramway.at